Der Strompreis in Deutschland setzt sich aus vielen einzelnen Bestandteilen zusammen — Erzeugungskosten machen weniger als die Hälfte des Endkundenpreises aus, der Rest sind Netzentgelte, Abgaben und Steuern. Für PV-Investoren ist das Verständnis der Strompreis-Struktur 2026 zentral, weil Eigenverbrauch nicht den Brutto-Strompreis, sondern alle abgaben-belasteten Komponenten gleichermaßen substituiert.
Strompreisaufbau Haushalt 2026 (Beispielwert 33 ct/kWh)
| Komponente | Anteil | Cent/kWh |
|---|---|---|
| Energiebeschaffung + Vertrieb | 43 % | 14,2 ct |
| Netzentgelte | 27 % | 8,9 ct |
| Mehrwertsteuer (19 %) | 16 % | 5,3 ct |
| Stromsteuer | 6 % | 2,1 ct |
| Konzessionsabgabe | 5 % | 1,7 ct |
| KWK-Aufschlag, § 19 NEV-Umlage | 2 % | 0,5 ct |
| Offshore-Netzumlage | 1 % | 0,3 ct |
| EEG-Umlage | 0 % | 0,0 ct (seit 2022) |
Industriestrompreis 2026 (Mittelverbrauch 0,5–10 GWh)
| Komponente | Industriestrom (Mittel) |
|---|---|
| Energiebeschaffung | 13–18 ct/kWh |
| Netzentgelte (oft reduziert nach § 19) | 3–6 ct/kWh |
| Stromsteuer | 2,05 ct/kWh (häufig reduziert auf 1,54 ct) |
| Konzessionsabgabe | 0,11 ct/kWh |
| MwSt (vorsteuerabzugsfähig) | — |
| Industrie-Endkundenpreis netto | 18–28 ct/kWh |
Wegfall der EEG-Umlage seit 2022
Eigenverbrauch und Strompreisbestandteile
Jede eigenverbrauchte Kilowattstunde aus eigener PV-Anlage spart den vollen Endkundenpreis — also nicht nur die Energiebeschaffung, sondern auch alle Netzentgelte, Steuern und Abgaben. Bei einem Haushaltsstrompreis von 33 ct/kWh und einer Eigenverbrauchsquote von 50 % über eine 10-kWp-Anlage ergibt sich eine jährliche Ersparnis von rund 1.650 € — wirtschaftlich der wichtigste Hebel der PV-Investition.
Dynamische Strompreise 2026
Mit Smart Meter Gateway und § 14a EnWG können Verbraucher zunehmend dynamische Strompreise nutzen — die folgen dem Spotmarkt im 15-Minuten-Takt. Anbieter wie Tibber, aWATTar, Octopus Energy bieten Tarife mit Durchschnitten 23–28 ct/kWh statt 33 ct fester Tarif. Bei Lastverschiebung in Niedrigpreis-Stunden sind Ersparnisse von 5–8 ct/kWh realistisch.
Bedeutung für PV-Investoren
Wer PV-Strom direkt verbraucht, substituiert nicht nur den Erzeugungs-Stromanteil, sondern alle Bestandteile — was den Eigenverbrauch wirtschaftlich so attraktiv macht. Bei Industriebetrieben sinkt der Substitutionseffekt (niedrigerer Endkundenpreis), bleibt aber bei 18–28 ct/kWh deutlich über der EEG-Einspeisevergütung. Die Wahl zwischen Eigenverbrauch und Einspeisung sollte daher immer auf Basis des tatsächlichen Strompreises kalkuliert werden.
Hinweis: Dieser Beitrag ist allgemeine Information zum deutschen Strommarkt und ersetzt keine individuelle Beratung. Rechtsstand 2026.
Verwandte Begriffe
Netzentgelte · Eigenverbrauch · EEG-Umlage · Stromsteuer · EnWG · Smart Meter Gateway · Direktvermarktung.
Häufige Fragen zu Strompreisbestandteilen
Wie hoch ist der Stromtarif 2026 durchschnittlich?
Haushalt 30–38 ct/kWh; Gewerbe 25–32 ct/kWh; Industrie (Mittelverbrauch) 18–28 ct/kWh netto.
Welche Komponenten sinken bei dynamischen Tarifen?
Vor allem die Energiebeschaffung — Netzentgelte und Abgaben bleiben fix.
Ist die EEG-Umlage 2026 noch im Strompreis?
Nein, sie wurde Mitte 2022 auf 0,0 ct/kWh gesetzt und finanzierungstechnisch aus dem Bundeshaushalt verlagert.
Lohnt Eigenverbrauch immer?
Praktisch ja — die Substitution von 25–35 ct/kWh ist immer wirtschaftlicher als EEG-Einspeisung von 6–8 ct/kWh.
Welche Anbieter haben dynamische Tarife 2026?
Tibber, aWATTar, Octopus Energy, 1KOMMA5° und zunehmend Stadtwerke.
