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Bis Juli 2022 zahlten Endkunden 3,72 ct/kWh EEG-Umlage. Seit Wegfall fließt die EEG-Förderung aus dem Bundeshaushalt (Klima- und Transformationsfonds KTF) — eine politisch wichtige Entlastung. Stromkunden profitieren direkt durch reduzierten Endpreis, Anlagenbetreiber sind nicht betroffen (Vergütung wird unverändert ausgezahlt).
Der Strompreis in Deutschland setzt sich aus vielen einzelnen Bestandteilen zusammen — Erzeugungskosten machen weniger als die Hälfte des Endkundenpreises aus, der Rest sind Netzentgelte, Abgaben und Steuern. Für PV-Investoren ist das Verständnis der Strompreis-Struktur 2026 zentral, weil Eigenverbrauch nicht den Brutto-Strompreis, sondern alle abgaben-belasteten Komponenten gleichermaßen substituiert.
Jede eigenverbrauchte Kilowattstunde aus eigener PV-Anlage spart den vollen Endkundenpreis — also nicht nur die Energiebeschaffung, sondern auch alle Netzentgelte, Steuern und Abgaben. Bei einem Haushaltsstrompreis von 33 ct/kWh und einer Eigenverbrauchsquote von 50 % über eine 10-kWp-Anlage ergibt sich eine jährliche Ersparnis von rund 1.650 € — wirtschaftlich der wichtigste Hebel der PV-Investition.
Mit Smart Meter Gateway und § 14a EnWG können Verbraucher zunehmend dynamische Strompreise nutzen — die folgen dem Spotmarkt im 15-Minuten-Takt. Anbieter wie Tibber, aWATTar, Octopus Energy bieten Tarife mit Durchschnitten 23–28 ct/kWh statt 33 ct fester Tarif. Bei Lastverschiebung in Niedrigpreis-Stunden sind Ersparnisse von 5–8 ct/kWh realistisch.
Wer PV-Strom direkt verbraucht, substituiert nicht nur den Erzeugungs-Stromanteil, sondern alle Bestandteile — was den Eigenverbrauch wirtschaftlich so attraktiv macht. Bei Industriebetrieben sinkt der Substitutionseffekt (niedrigerer Endkundenpreis), bleibt aber bei 18–28 ct/kWh deutlich über der EEG-Einspeisevergütung. Die Wahl zwischen Eigenverbrauch und Einspeisung sollte daher immer auf Basis des tatsächlichen Strompreises kalkuliert werden.
Hinweis: Dieser Beitrag ist allgemeine Information zum deutschen Strommarkt und ersetzt keine individuelle Beratung. Rechtsstand 2026.
Netzentgelte · Eigenverbrauch · EEG-Umlage · Stromsteuer · EnWG · Smart Meter Gateway · Direktvermarktung.
Haushalt 30–38 ct/kWh; Gewerbe 25–32 ct/kWh; Industrie (Mittelverbrauch) 18–28 ct/kWh netto.
Vor allem die Energiebeschaffung — Netzentgelte und Abgaben bleiben fix.
Nein, sie wurde Mitte 2022 auf 0,0 ct/kWh gesetzt und finanzierungstechnisch aus dem Bundeshaushalt verlagert.
Praktisch ja — die Substitution von 25–35 ct/kWh ist immer wirtschaftlicher als EEG-Einspeisung von 6–8 ct/kWh.
Tibber, aWATTar, Octopus Energy, 1KOMMA5° und zunehmend Stadtwerke.
Weiterführend zum Thema
Markus Schebitz ist leitender Analyst von SunShine Research. Er bewertet regulatorische Entwicklungen im Bereich Photovoltaik-Direktinvestments, gewerbliche PV-Projekte und steuerliche Aspekte wie den Investitionsabzugsbetrag (IAB).