PV-Kabel: Definition
Norm-Anforderungen H1Z2Z2-K
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Bemessungsspannung DC | 1500 V (1000 V auch verfügbar) |
| Temperaturbereich | −40 °C bis +120 °C (Leiter) |
| UV-Beständigkeit | nach EN 50618 / IEC 62930 |
| Brandverhalten | flammwidrig nach EN 60332-1-2 |
| Halogenfrei | ja (FRNC) |
| Lebensdauer | ≥ 25 Jahre Außeneinsatz |
| Isolierung | vernetztes EVA/Elastomer |
| Leitermaterial | verzinntes oder blankes Kupfer |
Typische Querschnitte
- 4 mm²: Standard für Modul-zu-Modul (~30 A Belastbarkeit, geringe Leitungsverluste bis ~10 m)
- 6 mm²: String-Verlegung, längere Kabelwege auf dem Dach
- 10 mm²: Sammelleitungen / Stringbox → Wechselrichter
- 16 mm² / 25 mm²: Großanlagen, lange DC-Strecken (z. B. Freifläche, Hallendach > 100 m)
Die Auslegung erfolgt nach VDE 0298-4 mit Leitungsverlust-Berechnung. Maximaler DC-seitiger Leitungsverlust nach VDE-AR-E 2100-712: ≤ 1 % bei Nennleistung.
Steckverbinder
Modulstecker sind nach EN 50521 zertifiziert. Marktstandard: MC4 (Multi-Contact / Stäubli). Wichtig: kein Kombinieren unterschiedlicher Stecker-Marken. MC4-kompatible Steckverbinder sind nicht baugleich, langfristig führen Mischsteckverbindungen zu Kontaktwiderständen, Erhitzung und Brandgefahr. Renommierte Versicherer schließen Schäden bei Mischverbindungen aus dem Versicherungsschutz aus.
Verlegung und Schutz
- UV-Schutz: Kabel sollen nicht auf der Dachhaut oder Modulrückseite ungeschützt aufliegen – Kabelbinder UV-beständig, idealerweise Kabelkanäle
- Brandschutz: getrennte Verlegung von DC- und AC-Leitungen, brandschutzgerechte Durchführungen
- Polarisationsschutz: + und − getrennt führen, niemals im selben Bündel mit Kreuzung
- Erdung: Modulrahmen und Unterkonstruktion über separaten Potenzialausgleich (mind. 6 mm² grün-gelb)
Häufige Mängel
- Standardkabel (NYM, H07RN-F) statt H1Z2Z2-K → vorzeitige Versprödung, Kurzschlussrisiko
- Stecker-Mischverbindungen MC4-kompatibel → Kontakterhitzung, Brandgefahr
- Zu kleine Querschnitte → Leitungsverluste > 2 %, reduzierte spezifische Erträge
- Nicht UV-beständige Kabelbinder → Kabelfall ins Modulfeld
- Fehlender Überspannungsschutz auf DC-Seite
FAQ PV-Kabel
Sind H1Z2Z2-K und EN 50618 dasselbe?
H1Z2Z2-K ist die harmonisierte Typenbezeichnung; EN 50618 (national: VDE 0283-618) ist die zugrundeliegende Norm. Beide stehen für identische Anforderungen.
Wie hoch ist die Lebensdauer?
Die Norm fordert mindestens 25 Jahre Außenbetrieb. Hochwertige Kabel namhafter Hersteller (Lapp, Helukabel, Stäubli) sind auf 30 Jahre ausgelegt.
Sind günstige Solarkabel ausreichend?
Solange das Kabel das EN-50618-Zertifikat eines anerkannten Prüflabors (VDE, TÜV) trägt, ist Normkonformität gegeben. Kritisch sind Importprodukte ohne nachvollziehbare Zertifizierung.
Welche Stecker dürfen kombiniert werden?
Nur baugleiche Steckverbinder eines Herstellers. MC4-kompatible Produkte verschiedener Marken erfüllen zwar mechanisch das Format, garantieren aber keine sichere Dauerkontaktierung.
Brauche ich Überspannungsschutz auf DC-Seite?
Ja. VDE-AR-E 2100-712 fordert SPDs (Surge Protection Devices) Typ II auf der DC-Seite bei allen Anlagen mit Außenmodulen. Bei Anlagen mit äußerem Blitzschutz zusätzlich Typ I.
Hinweis: Allgemeine technische Information. Konkrete Modul-/Hersteller-Wahl sollte mit qualifiziertem Anlagenplaner abgestimmt werden.
