Photovoltaik-Glossar

EEG 2021 – Klimaziel 2030 & Ausbaupfad-Verschärfung

💡 Definition & Kurzerklärung

Für gewerbliche Investoren entstand 2021/2022 eine schwierige Phase: Die Ausschreibungs-Schwelle von 300 kWp betraf den Kern­bereich des deutschen Gewerbedach-Investments. Anlagen 300–750 kWp mussten plötzlich an Ausschreibungen teilnehmen — Projektentwicklung wurde aufwendiger, Vergütungssicherheit niedriger. Viele Projekte wurden verschoben oder kleiner geplant. Erst die Aufhebung dieser Schwelle durch das EEG 2023 (Anhebung wieder auf 1.000 kWp) entspannte den Mittelstands-Bereich.

Das EEG 2021, in Kraft seit 1. Januar 2021, verankerte erstmals das Ziel der Klimaneutralität 2045 als gesetzliche Grundlage und verschärfte die Ausbaupfade für erneuerbare Energien. Es weitete das Ausschreibungsmodell aus, reduzierte die Direktvermarktungsschwelle und legte die Basis für die spätere Markt-Beschleunigungs-Reform durch das EEG 2023.

Kernelemente

  • Klimaneutralitätsziel 2045 erstmals im EEG verankert
  • Ausschreibungsausweitung: Pflicht für Dachanlagen ab 300 kWp (vorher 750 kWp)
  • Direktvermarktungspflicht abgesenkt: ab 100 kWp (vorher 100 kWp aus EEG 2017 fortgeführt)
  • Neue Ausschreibungssegmente: Solar I (Freifläche) und Solar II (Dachanlagen)
  • Innovationsausschreibungen: für Sonderprojekte wie Speicher-PV-Kombi
  • Erhöhte Höchstwerte: 5,9 ct/kWh Freifläche, 9 ct/kWh Dach (Ausschreibungs-Obergrenze)
  • 52-GW-Deckel: bereits 2020 aufgehoben, im EEG 2021 final entfernt

Marktwirkung 2021–2022

Jahr PV-Zubau Anlagenanteil Solar I + II
2020 (vor EEG 2021) 4,9 GW Ausschreibung: ~ 1,2 GW
2021 (erstes EEG-2021-Jahr) 5,4 GW Ausschreibung: ~ 1,8 GW
2022 (Übergang zu EEG 2023) 7,4 GW Ausschreibung: ~ 3,2 GW

Wirtschaftliche Folgen für Investoren

Verwandte Begriffe

EEG 2017 · EEG 2023 · EEG 2025 · EEG-Novellen Übersicht · Ausschreibungsmodell · Direktvermarktung.

Häufige Fragen zum EEG 2021

Was war die wichtigste Neuerung des EEG 2021?

Die gesetzliche Verankerung des Klimaneutralitätsziels 2045 und die Ausweitung der Ausschreibungspflicht auf Anlagen ab 300 kWp.

Warum gilt EEG 2021 als kurzlebig?

Schon 2022 folgte das Osterpaket EEG 2023 mit deutlich höheren Vergütungssätzen und wieder hochgesetzter Ausschreibungs-Schwelle. EEG 2021 war eine Übergangsreform vor der Energie-Krise.

Welche Anlagen unterliegen heute noch EEG-2021-Vergütung?

Inbetriebnahmen zwischen 1. Januar 2021 und 31. Dezember 2022 — etwa 12 GW kumuliert, alle mit 20 Jahren Bestandsschutz bis 2040/2042.

War das 52-GW-Deckel wirklich erst durch das EEG 2021 aufgehoben?

Die Aufhebung erfolgte schon im Mai 2020 durch eine separate Reform, das EEG 2021 verankerte sie gesetzlich.

Markus Schebitz
🛡️ Expert Review

Markus Schebitz

Lead Analyst, SunShine Research & PV-Experte

Markus Schebitz ist leitender Analyst von SunShine Research. Er bewertet regulatorische Entwicklungen im Bereich Photovoltaik-Direktinvestments, gewerbliche PV-Projekte und steuerliche Aspekte wie den Investitionsabzugsbetrag (IAB).

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