Brutto Cash Flow Photovoltaik
Der Brutto-Cashflow einer Photovoltaik-Anlage ergibt sich aus allen jährlichen Erlösen minus den operativen Betriebskosten — ohne Berücksichtigung von Kapitaldienst oder Steuern. Er ist die Tilgungsbasis bei Banken-Projektfinanzierungen und der Ausgangswert jeder Bewertung.
Berechnung
Brutto-Cashflow = Erlöse aus EEG / Marktprämie / Eigenverbrauch − O&M − Versicherung − Pacht − Managementprämie
Typische Werte 2026:
- 100-kWp-Gewerbedach: 5.000–7.000 € jährlicher Brutto-CF
- 250-kWp-Gewerbedach: 11.500–14.500 € jährlich
- 500-kWp-Gewerbedach: 22.000–28.000 € jährlich
- 1-MWp-Solarpark: 40.000–48.000 € jährlich
Bedeutung für Banken
Banken nutzen den Brutto-Cashflow als Tilgungsbasis. Die Debt-Service-Coverage-Ratio (DSCR) muss bei mindestens 1,2 liegen — das heißt: Brutto-Cashflow ist mindestens 20 % höher als der jährliche Kapitaldienst. Anlagen mit DSCR > 1,3 erhalten Standardkonditionen, Anlagen unter 1,2 benötigen erhöhten Eigenkapital-Einsatz oder höhere Kreditmargen.
Abgrenzung zu Netto-Cashflow
Der Brutto-Cashflow lässt Kapitaldienst und Steuerwirkungen außer Betracht. Der Netto-Cashflow berücksichtigt diese zusätzlich. Beide Sichten ergänzen sich — Brutto für Bank und Bewertung, Netto für Eigenkapital-Rendite-Rechnung.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information. Konkrete Rendite-Berechnungen hängen vom Einzelprojekt ab und ersetzen keine individuelle Wirtschaftlichkeits- oder Steuerberatung. Renditeangaben sind keine Garantie zukünftiger Erträge.
Verwandte Begriffe
Cashflow Photovoltaik (Hub) · Netto Cash Flow · Liquidität · DCF-Wert · Renditeberechnung · EEG-Vergütung.
Häufige Fragen
Wie wird der Brutto-Cashflow konkret berechnet?
Erlöse aus EEG-Vergütung plus ggf. Eigenverbrauchsersparnis, abzüglich O&M, Versicherung, Dachpacht und Managementprämie. Kapitaldienst und Steuern werden nicht abgezogen.
Welche DSCR fordern Banken?
Mindestens 1,2 für Standardkonditionen, marktüblich 1,3 bei spezialisierten PV-Banken.
Verändert sich der Brutto-Cashflow über die Jahre?
Ja, durch Degradation (Ertragsminderung 0,5 % p. a.) sinkt er kontinuierlich. Im Jahr 12–15 entsteht zusätzlich ein einmaliger Wechselrichtertausch-Effekt.
