SunShine Research · Comparison
Vergleich zwischen Co-Location (PV + BESS am gleichen Standort) und Standalone-Speichern in Deutschland: CAPEX, Netzanschluss, Erlös-Stack, Bankability.

Direkte Antwort

Co-Location-BESS spart 2026 in Deutschland 80–180 €/kW Netzanschlusskosten und ermöglicht parallele Solar- und Speicher-Erlöse über einen gemeinsamen Anschluss. Standalone-BESS erreicht höhere Vermarktungs-Flexibilität durch ungeteilten Zugang zu Spotmarkt und Regelenergie.

Die Entscheidung zwischen beiden Modellen hängt vom vorhandenen Netzanschlusspunkt und der gewünschten Vermarktungsstrategie ab. Bei Co-Location teilen sich Solaranlage und Batteriespeicher denselben Netzverknüpfungspunkt — das spart die separaten Anschlusskosten eines eigenständigen Speicherprojekts und ermöglicht zusätzlich den EEG-Bonus für gekoppelte Anlagen. Im Gegenzug verzichtet der Betreiber auf einen Teil der freien Vermarktungsflexibilität, da Solar- und Speichererlöse über denselben Anschluss koordiniert werden müssen. Standalone-Speicher haben höhere spezifische Investitionskosten je kWh, dafür aber ungeteilten Zugang zu Spotmarkt, Regelenergie und Redispatch-Erlösen — ein Vorteil, der sich vor allem bei größeren, unabhängig vermarkteten Speicherprojekten auszahlt.

Für gewerbliche Dachanlagen der SunShine Group ist Co-Location in den meisten Fällen die wirtschaftlich sinnvollere Variante: Der Netzanschluss existiert durch die PV-Anlage bereits, sodass die Zusatzinvestition in Speicherkapazität ohne separate Anschlusskosten realisiert werden kann. Das senkt die Kapitalbindung pro Projekt und verbessert die in der Tabelle dargestellte Bankability-Einstufung.

Co-Location BESS Batteriespeicher neben Photovoltaikanlage auf Industriedach SunShine Group

Batteriespeicher direkt neben der PV-Anlage auf dem Industriedach — Co-Location nutzt den vorhandenen Netzanschluss gemeinsam

Direkter Vergleich

Dimension Co-Location Standalone
CAPEX BESS (€/kWh) 205–265 180–225
Netzanschluss-Synergie 80–180 €/kW Ersparnis keine
EEG-Bonus Speicher 0,8–1,5 ct/kWh möglich keiner
Vermarktungs-Flexibilität geteilt mit PV voll
WACC P50 6,3 % 7,5 %
Bewertungs-Multiple +1,5–2,5 Premium Standard BESS
Bankability KfW 270 bis 100 % FK bis 75 % LTV
Netzanschluss Substation Photovoltaik BESS Ertragshebel SunShine Group Techniker Inspektion

Der gemeinsame Netzanschlusspunkt ist der zentrale wirtschaftliche Hebel bei Co-Location-Projekten

Research Nugget

Co-Location-BESS in Deutschland erreicht 2026 typischerweise IRRs von 8–10 % vor Steuern, rund 100–150 Basispunkte über vergleichbaren Standalone-Speichern, primär getrieben durch Netzanschluss-Synergien und EEG-Boni für gekoppelte Anlagen.

Was die WACC-Differenz für Investoren bedeutet

Die in der Tabelle ausgewiesene Differenz beim gewichteten Kapitalkostensatz (WACC P50) von 6,3 Prozent bei Co-Location gegenüber 7,5 Prozent bei Standalone-Speichern ist kein Zufallswert, sondern spiegelt das geringere Erlösrisiko gekoppelter Anlagen wider. Banken und Finanzierungspartner bewerten Co-Location-Projekte als stabiler, weil PV-Erlöse und Speichererlöse sich gegenseitig absichern: Fällt der Spotmarktpreis in einer Phase niedrig aus, kompensiert häufig der zusätzliche EEG-Bonus einen Teil der Erlösschwankung. Diese geringere Volatilität führt zu einem niedrigeren geforderten Kapitalkostensatz und damit — bei gleichem Investitionsvolumen — zu einer höheren Nettobarwert-Bewertung des Projekts.

Für die Praxis heißt das: Ein Investor, der eine bestehende Dachanlage um einen Batteriespeicher erweitert, profitiert nicht nur von den direkten Kosteneinsparungen beim Netzanschluss, sondern auch von einer günstigeren Finanzierungsbasis. Die SunShine Group berücksichtigt diese Bankability-Vorteile bereits in der Erstberatung, wenn geprüft wird, ob eine bestehende oder geplante PV-Anlage sich für eine Speicher-Nachrüstung im Co-Location-Modell eignet.

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Entscheidungshilfe: Co-Location oder Standalone?

  • Vorhandene PV-Anlage oder Netzanschluss: Spricht für Co-Location — der Netzanschluss ist bereits vorhanden, die Speicher-Nachrüstung nutzt ihn kosteneffizient mit.
  • Keine bestehende Erzeugungsanlage, reines Speicherprojekt geplant: Spricht für Standalone — niedrigere spezifische CAPEX pro kWh, volle Vermarktungsflexibilität am Spotmarkt.
  • Fokus auf maximale Bankability/Fremdkapitalquote: Spricht für Co-Location — bis zu 100 Prozent Fremdkapitalanteil über KfW 270 möglich, dank stabilerem kombiniertem Erlösprofil.
  • Fokus auf unabhängige Vermarktung über Regelenergie/Redispatch: Spricht für Standalone — ungeteilter Zugang zu allen Vermarktungskanälen ohne Koordination mit der PV-Erzeugung.
  • Ziel: schnellstmögliche Realisierung mit geringstem Zusatzaufwand: Spricht für Co-Location — kein separates Netzanschlussverfahren, kürzere Projektlaufzeit.

Technische Voraussetzungen für die Co-Location-Nachrüstung

Eine nachträgliche Co-Location-Erweiterung setzt voraus, dass der bestehende Netzverknüpfungspunkt noch freie Anschlusskapazität für den Batteriespeicher bietet. Der Netzbetreiber prüft dafür in der Regel, ob Einspeise- und Bezugsleistung am gemeinsamen Punkt innerhalb der ursprünglich genehmigten Anschlussleistung bleiben — häufig ist eine aktualisierte Anmeldung im Marktstammdatenregister sowie eine Anpassung des Zählerkonzepts erforderlich, da PV-Erzeugung und Speicherlade-/Entladevorgänge separat bilanziert werden müssen. Zusätzlich relevant ist die Einordnung im Rahmen von Redispatch 2.0: Anlagenbetreiber mit einer installierten Leistung ab der jeweils gültigen Meldeschwelle unterliegen erweiterten technischen Meldepflichten gegenüber dem Netzbetreiber, unabhängig davon, ob PV und Speicher gemeinsam oder getrennt betrieben werden.

In der Praxis empfiehlt sich vor jeder Co-Location-Entscheidung eine Netzverträglichkeitsprüfung durch den zuständigen Verteilnetzbetreiber, da die tatsächlich verfügbare Anschlusskapazität regional stark variiert und nicht pauschal unterstellt werden sollte. Die SunShine Group klärt diesen Punkt standardmäßig in der technischen Erstprüfung, bevor eine Investitionsempfehlung für Co-Location oder Standalone ausgesprochen wird.

Techniker der SunShine Group prüft Batteriespeicher-Container neben Photovoltaikanlage auf Gewerbedach beim Co-Location BESS Projekt

Vor-Ort-Prüfung der Netzanschlusskapazität ist Voraussetzung für jede Co-Location-Nachrüstung eines bestehenden PV-Standorts

Marktausblick: Co-Location als wachsender Trend bei Gewerbedachanlagen

Mit zunehmender Verbreitung von Batteriespeichern bei gewerblichen PV-Projekten in Deutschland gewinnt die Co-Location-Struktur an Bedeutung, weil sie die Investitionshürde für eine Speicher-Nachrüstung senkt, ohne ein separates Netzanschlussverfahren zu erfordern. Für Betreiber bestehender Dachanlagen ist das häufig der praktikablere Einstieg in die Batteriespeicher-Vermarktung, während neue Standalone-Speicherprojekte meist dort entstehen, wo keine PV-Erzeugung am Standort vorhanden ist oder eine vollständig unabhängige Vermarktungsstrategie über Spotmarkt und Regelenergie im Vordergrund steht. Beide Modelle schließen sich nicht gegenseitig aus — größere Portfolios kombinieren häufig Co-Location-Nachrüstungen an bestehenden Standorten mit gezielten Standalone-Neuprojekten an netztechnisch günstigen Standorten.

Rechenbeispiel: 500-kWp-Dachanlage mit 250-kWh-Speicher

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Größenordnung: Ein Gewerbebetrieb mit einer 500-kWp-Photovoltaikanlage plant die Nachrüstung eines 250-kWh-Batteriespeichers. Im Co-Location-Modell nutzt der Speicher den bestehenden Netzanschluss der PV-Anlage mit — die Ersparnis von 80 bis 180 Euro pro kW Netzanschlussleistung bezogen auf die Speicherleistung ergibt bei diesem Vorhaben eine Bandbreite von rund 20.000 bis 45.000 Euro gegenüber einem eigenständigen Netzanschluss für ein Standalone-Speicherprojekt gleicher Größe.

Bei den spezifischen Investitionskosten liegt Co-Location mit 205 bis 265 Euro pro kWh zwar über dem Standalone-Bereich von 180 bis 225 Euro pro kWh — für 250 kWh Speicherkapazität ergibt das einen Investitionsmehraufwand von etwa 6.250 bis 10.000 Euro. Dieser Mehraufwand wird durch die Netzanschluss-Ersparnis in aller Regel überkompensiert, zusätzlich kommt der mögliche EEG-Bonus von 0,8 bis 1,5 Cent pro Kilowattstunde für die gekoppelte Betriebsweise hinzu. In Summe bestätigt sich damit die in der Tabelle ausgewiesene Bankability- und Renditeeinstufung: Für Betreiber, die bereits eine Dachanlage besitzen, ist die Speicher-Nachrüstung im Co-Location-Modell in den meisten Konstellationen die kapitaleffizientere Wahl.

Datenstand: Q4 2026 · Quellen: BNetzA, EEX, EPEX Spot, BNEF, Aurora Energy Research, Pexapark, Fraunhofer ISE. · Zuletzt inhaltlich aktualisiert: Juli 2026

Häufig gestellte Fragen zu Co-Location und Standalone-BESS

Was bedeutet Co-Location bei Photovoltaik und Batteriespeicher?

Co-Location bedeutet, dass Photovoltaikanlage und Batteriespeicher (BESS) am selben Standort über denselben Netzanschluss betrieben werden. Beide Anlagenteile teilen sich die Netzinfrastruktur, was Investitions- und Anschlusskosten spart im Vergleich zu zwei getrennten Projekten.

Wie viel spart Co-Location beim Netzanschluss konkret?

Nach aktuellen Marktdaten liegt die Ersparnis bei 80 bis 180 Euro pro kW Netzanschlussleistung, da kein zweiter, eigenständiger Netzverknüpfungspunkt errichtet werden muss. Bei einer 500-kW-Anlage entspricht das einer Bandbreite von 40.000 bis 90.000 Euro Einsparung gegenüber einem separaten Standalone-Speicherprojekt.

Was ist der EEG-Bonus für Co-Location-Speicher?

Für Batteriespeicher, die direkt mit einer Photovoltaikanlage gekoppelt sind, kann je nach Konstellation ein zusätzlicher Bonus von 0,8 bis 1,5 Cent pro Kilowattstunde anfallen. Dieser Bonus steht bei rein eigenständigen Standalone-Speichern nicht zur Verfügung.

Warum haben Standalone-Speicher niedrigere CAPEX pro kWh?

Standalone-BESS-Projekte werden oft in größerer Stückzahl und mit auf reine Speicherfunktion optimierten Komponenten realisiert, was die spezifischen Kosten auf 180 bis 225 Euro pro kWh senkt, gegenüber 205 bis 265 Euro pro kWh bei Co-Location-Projekten mit gekoppelter Anlagentechnik.

Welches Modell erzielt die höhere Rendite (IRR)?

Co-Location-BESS erreicht in Deutschland 2026 typischerweise Vorsteuer-IRRs von 8 bis 10 Prozent, rund 100 bis 150 Basispunkte über vergleichbaren Standalone-Speichern. Der Renditevorteil resultiert primär aus den Netzanschluss-Synergien und dem EEG-Bonus für gekoppelte Anlagen.

Wie unterscheidet sich die Finanzierung (Bankability) beider Modelle?

Co-Location-Projekte erreichen im Rahmen der KfW-270-Förderung teils bis zu 100 Prozent Fremdkapitalquote, da die Kombination aus PV-Erlösen und Speichererlösen als stabiler eingestuft wird. Standalone-Speicher werden üblicherweise mit einem Loan-to-Value (LTV) von bis zu 75 Prozent finanziert, da ihr Erlösmodell stärker von volatilen Marktpreisen abhängt.

Für welche Investoren eignet sich welches Modell?

Co-Location eignet sich für Betreiber, die bereits über eine Photovoltaikanlage oder einen Netzanschluss verfügen und Zusatzerlöse mit geringerer Zusatzinvestition erschließen wollen — der typische Fall für gewerbliche Dachanlagen der SunShine Group. Standalone-BESS eignet sich für Investoren, die unabhängig von einer bestehenden PV-Anlage in reine Speicherkapazität investieren und maximale Vermarktungsflexibilität über Spotmarkt und Regelenergie nutzen wollen.

Kann eine bestehende Photovoltaikanlage nachträglich zu Co-Location erweitert werden?

Grundsätzlich ja, sofern am bestehenden Netzverknüpfungspunkt noch ausreichend freie Anschlusskapazität für den zusätzlichen Batteriespeicher vorhanden ist. Der zuständige Netzbetreiber prüft dies im Rahmen einer Netzverträglichkeitsprüfung, meist verbunden mit einer Anpassung des Zählerkonzepts und der Meldung im Marktstammdatenregister.

Was bedeutet ein begrenzter Netzanschlusspunkt für die Co-Location-Entscheidung?

Da sich PV-Anlage und Batteriespeicher bei Co-Location denselben Netzverknüpfungspunkt teilen, begrenzt dessen Kapazität die maximal mögliche Speichergröße. Ist die vorhandene Anschlussleistung bereits weitgehend durch die PV-Erzeugung ausgeschöpft, kann ein Standalone-Speicherprojekt mit eigenem Netzanschluss die wirtschaftlich sinnvollere Alternative sein.

Für welche Investorentypen ist Standalone-BESS trotz geringerer Bankability attraktiv?

Standalone-BESS eignet sich besonders für Investoren, die unabhängig von einer bestehenden PV-Anlage in reine Speicherkapazität investieren möchten und den vollen, ungeteilten Zugang zu Spotmarkt-, Regelenergie- und Redispatch-Erlösen priorisieren. Die etwas geringere Fremdkapitalquote wird hier bewusst gegen mehr Vermarktungsflexibilität und Standortunabhängigkeit von einer PV-Erzeugungsanlage eingetauscht.

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